Betrieb & Gewerkschaft

»Den Ge­werk­schaf­ten kommt für die Or­ga­ni­sie­rung der Ar­bei­ter­klas­se und für das Kräf­te­ver­hält­nis zwi­schen den Klas­sen ei­ne Schlüs­sel­rol­le zu.«

Aus dem Programm der DKP

Streik zwingt Klinikvorstände zu verhandeln

Menschenmenge auf der Wiese mit verdi-Fahnen. Transparenten z.B. «Uns fehlt Personal, wohin man schaut. Wenn sich nichts ändert, droht Burn-out!».


Essen und Düsseldorf:

Erster Erfolg im Kampf
um Entlastung

Die Be­leg­schaf­ten der Uni­kli­ni­ken Düs­sel­dorf und Essen haben mit ihren Streiks die Vor­stän­de ihrer Häu­ser dazu ge­zwun­gen, über eine ta­rif­lich ge­re­gel­te Ent­las­tung der Be­schäf­tig­ten zu ver­han­deln. Am Mon­tag die­ser Woche be­schlos­sen sie, die lau­fen­den Streiks mit Ende der Nacht­schicht am Mitt­woch­mor­gen aus­zu­set­zen. Am Mitt­woch und am Frei­tag soll­ten die ers­ten Ver­hand­lun­gen zwi­schen ver.​di und der Ta­rif­ge­mein­schaft deut­scher Län­der (TdL) statt­fin­den, die die Ver­hand­lun­gen im Auf­trag der Kli­nik­vor­stän­de führt.

Weiterlesen: Streik zwingt Klinikvorstände zu verhandeln

Karstadt greift Kaufhof

 Kaufhof-Gebäude.

Immobilien im Visier

Die Zitterpartie der Beschäftigten im Handel geht weiter. Der jetzige Karstadt-Eigentümer René Benko macht einen neuen Versuch sich den Kaufhof einzuverleiben. Der Österreicher Benko hatte dazu schon mehrmals Anlauf genommen. Doch im Oktober 2015 gab es den Zuschlag erst mal für den Kanadier Hudson’s Bay (HBC). Personal und einige Betriebsräte atmeten durch. Doch dies war, wie so oft, ein Trugschluss. Schon kurz nach dem Kauf zeigte HBC, worauf es beim schnellen Geld machen ankommt.

Weiterlesen: Karstadt greift Kaufhof

Ver.di Studie belegt – Entlastungstarifvertrag muss her

 Pressekonferenz NRW.

Personal wird verschlissen

Eine Studie der Vereinigten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), vorgestellt am 18. Juni, zeigt, welchen Belastungen die Krankenhausbeschäftigten tagtäglich ausgesetzt sind.

In der Erhebung kommt die Gewerkschaft zu dem Ergebnis, dass bundesweit mehr als 162.000 Stellen in Krankenhäusern, davon alleine 80.000 Pflegefachkräfte, fehlen. An der Umfrage anhand eines Belastungsscheck haben sich rund 600 Stationen beteiligt, die insgesamt etwa 13.000 Beschäftigte in den Krankenhäusern repräsentieren. Anhand der anfallenden und zu erledigenden Arbeit wurde bei der Erhebung die tatsächliche und notwendige Personalbesetzung erfasst. Fazit: Die Situation heute ist überwiegend so, dass 25 Prozent weniger Personal eingesetzt wird, als es nötig wäre, um eine Versorgung und korrekte medizinische Betreuung zu gewährleisten.

Weiterlesen: Ver.di Studie belegt – Entlastungstarifvertrag muss her

Frankreich: Eisenbahner*innen kämpfen gegen Privatisierung

Streikende mit CGT-Fahnen und -Ballons.

Streiks bis Ende Juni

25.06.2018 | Die seit Anfang April immer wieder zwei Tage streikenden französischen Eisenbahner*innen wollen ihren Kampf gegen die «Liberalisierung» und möglich werdende Privatisierung des staatlichen Eisenbahnunternehmens SNCF und gegen die damit verbundenen Verschlechterungen für die Beschäftigten nicht aufgeben, obwohl das französische Parlament am 13./14. Juni das von Staatschef Macron gewollte Gesetz zur «SNCF-Reform» endgültig verabschiedet hat.

Weiterlesen: Frankreich: Eisenbahner*innen kämpfen gegen Privatisierung

BVerfG: Du darfst nicht streiken

 Historische Darstellung.

600.000 Kolleginnen und Kollegen betroffen


Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hat letzte Woche verboten, dass verbeamtete LehrerInnen streiken. Nachzulesen unter Az. 2 BvR 1738/12. Es hat damit die Rechtsauffassung der Herrschenden bestätigt. Betroffen sind von dem Verbot rund 600.000 Kolleginnen und Kollegen.

Auf die Frage «Ist streiken überhaupt erlaubt!» antwortet die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft ganz anders: «Das Streikrecht ist verfassungsmäßig im Rahmen der ‹Koalitionsfreiheit› (Artikel 9 Absatz 3 Grundgesetz) geschützt. Man versteht darunter das Recht von ArbeitnehmerInnen und Arbeitgebern, sich zur Wahrung und Förderung der Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen zusammenzuschließen. Aus der Koalitionsfreiheit leitet sich das Recht ab, seine Interessen gemeinsam durchzusetzen und dafür das Mittel des Arbeitskampfes zu nutzen.»

Weiterlesen: BVerfG: Du darfst nicht streiken

ver.di-Demonstration zur Gesundheitsminister-Konferenz in Düsseldorf

Demonstrierende Fußgänger und Rollstuhlfahrer mit Fahnen, Plakaten und Transparenten.

Lautstarker Protest für mehr
Personal in Krankenhäusern
und in der Altenpflege

20.06.2018 | Mehr Personal in Krankenhäusern und in der Altenpflege sowie eine bessere Bezahlung vor allem in der Altenpflege – das forderten am Mittwoch insgesamt 4.000 Beschäftigte bei der ver.di-Demonstration in Düsseldorf anlässlich der Gesundheitsministerkonferenz. Unter ihnen auch Streikende aus den Uni-Kliniken in Düsseldorf, Essen und Homburg, die von ihren Arbeitgebern ein Ende der gesundheitsgefährdenden Arbeitsbedingungen fordern und für einen Tarifvertrag Entlastung kämpfen. Die Abschlusskundgebung fand am Tagungsort der Gesundheitsministerkonferenz im Düsseldorfer Medienhafen statt.

Weiterlesen: ver.di-Demonstration zur Gesundheitsminister-Konferenz in Düsseldorf

Erste Bilanz der Betriebsratswahlen 2018

Streikende: «Steht auf, wer freie Arbeit will!». 

DGB-Gewerkschaften gestärkt

Eine der größten Wahlen in Deutschland sind die Betriebsratswahlen. Rund elf Millionen Werktätige sind zu den Urnen gerufen worden, um etwa 180 000 Betriebsräte in ca. 28 000 Betrieben zu wählen.

Allen Versuchen, den Einfluss der Gewerkschaften einzuschränken und allem «Gewerkschaftsbashing» von interessierten Kreisen zum Trotz, sind mehr als zwei Drittel der Betriebsräte Mitglied einer Gewerkschaft des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Sie bilden die Basis des Einflusses der Gewerkschaften in Deutschland und finden in den Betrieben weiterhin Anerkennung.

Weiterlesen: Erste Bilanz der Betriebsratswahlen 2018

Sozialpartnerschaft statt Kehrtwende

21. Ordentlicher Bundeskongress des DGB

Reiner Hoffmann, Bild aus Video.


Vom 13. bis 17. Mai 2018 tagt in Berlin der 21. Ordentliche Bundeskongress des DGB. Rund 400 Delegierte vertreten knapp 6 Millionen Mitglieder aus acht Einzelgewerkschaften. Sie entscheiden über vier weitere Jahre die Richtung des DGB in Sachen «Wirtschaft- und Sozialpolitik». Grundlage sind rund 80 Anträge. Zwar analysiert das Arbeitsmaterial die bundesdeutsche Arbeitswelt und ihre Auswirkungen für die Menschen sehr real. Doch bei der Bewältigung der Missstände setzt der Gewerkschaftsbund auf Lobbyismus und hofft auf die Große Koalition.

Weiterlesen: Sozialpartnerschaft statt Kehrtwende