Linker Niederrhein

DKP Demonstration unter Roten Fahnen in Krefeld

 Demonstrierende mit roten Fahnen.

Der 9. Mai 2018 – Tag des Sieges

Aus Anlass des 9. Mai, des Tags des Sieges, hatte die DKP Linker Niederrhein zu einer Demonstration durch die Krefelder Südstadt aufgerufen. In diesem Jahr wollten wir diese Demonstration, die wir bereits im letzten Jahr in wesentlich kleinerem Rahmen und lediglich auf dem Friedhof durchgeführt hatten, auf Anregung von Teilnehmern, die im letzten Jahr dabei waren, öffentlicher machen.

Vorbereitet wurde diese Demonstration durch 5.000 Flugblätter, in deutsch und in russisch, die vor allem in den Wohngebieten verteilt wurden, in denen viele Menschen aus den ehemaligen GUS Staaten wohnen.

Auf einer kleinen Auftaktkundgebung am Krefelder Hansahaus, dem damaligen GESTAPO Hauptquartier, sprach die Kreisvorsitzende der DKP, Angelika Lommes. Sie erinnerte vor allem an den antifaschistischen deutschen Widerstand, der aber trotz aller Blutopfer letztlich unser Volk nicht vom Faschismus befreien konnte, sondern es des militärischen Sieges der Anti-Hitler-Koalition, mit dem heldenhaften Kampf der Roten Armee an der Spitze, bedurfte.

Dabei hob sie besonders auch die Krefelder Widerstandskämpfer hervor und stellte, stellvertretend für diese, die Lebensläufe von Paula Billstein, Hans Funger, Heinrich Plum und Fritz Lewerenz vor. Kommunisten, Gewerkschafter und Sozialdemokraten.

Nach der Auftaktkundgebung ging die Demonstration mit ca. 100 Teilnehmern, unter den roten Fahnen der DKP, der Sowjetunion, des Komsomol und einfach «nur» mit Hammer und Sichel, die die Demonstranten mitgebracht hatten, quer durch den Krefelder Süden zum Friedhof mit dem Gräberfeld der in Krefeld ermordeten Zwangsarbeiter, die vor allem aus der Sowjetunion stammten. Dabei ließ diese Demonstration auch die Tradition des «unsterblichen Regiments» für unsere Stadt aufleben, da viele Menschen Bilder ihrer nächsten Verwandten, die im Großen Vaterländischen Krieg gekämpft hatten, mitgebracht hatten.

Gedenkende auf dem Friedhof.

Am Gräberfeld, das in den 70er Jahren von der DKP und der SDAJ freigelegt und gereinigt worden war und heute eine offizielle Mahn- und Gedenkstätte der Stadt Krefeld ist, sprach der stellvertretende Kreisvorsitzende der DKP, Viktor Hermann, dessen Opa selber in den Reihen der Roten Armee gegen den Hitlerfaschismus gekämpft hatte. Er hob vor allem die Rolle der Sowjetunion in diesem Krieg und den ungeheueren Blutzoll, den die sowjetischen Völker in diesem Krieg für die Befreiung ihrer und unserer Heimat gezahlt haben. Darüber hinaus stellte er das Erinnern an diese geschichtliche Großtat auch in den aktuellen politischen Kontext und forderte die NATO auf, ihre Truppen sofort von der russischen Grenze zurück zu ziehen. Frieden mit Russland sei die einzig richtige Lehre aus der Geschichte. Viktor endete mit den Worten: «Nichts ist vergessen – Niemand ist vergessen» in Deutsch und in Russisch. Danach legte Angelika am Mahnmal ein Blumengesteck der DKP nieder. Viele Teilnehmer hatten selber Blumen mitgebracht, die sie ebenfalls im Gedenken an die Ermordeten dort niederlegten.

Am Abend hatte die DKP zu einer kleinen Siegesfeier ins Solidaritätshaus der DIDF eingeladen zu dem dann auch noch einmal ca. 30 Gäste kamen. Peter Lommes, Mitglied des Kreisvorstandes der DKP Linker Niederrhein, begrüßte die Gäste herzlich mit einer kurzen Rede, in der er hervorhob, dass dieser Tag ein Tag zum Gedenken, aber auch zum Feiern sei. Dabei analysierte er die Anbiederungspolitik der AfD an Russland und stellte fest, dass sie lediglich dem russischen System der Oligarchen und nicht dem russischen Volk gälte. Auch versuche sie hier in der BRD mit sozialer Demagogie sich in die Zusammenhänge von Russlanddeutschen einzuschmeicheln, während sie gleichzeitig mit übelstem Rassismus Stimmung gegen alles mache, was nicht deutsch sei. Darüber hinaus hetze die AfD diejenigen, die ohnehin am Rande der Gesellschaft leben auf gegen noch schwächere. Eine solche Politik verdiene Widerstand. Peter schloss seine Rede mit den Worten: «Nehmen wir diese Erinnerung zum Anlass, alles, aber auch alles dafür zu tun, dass der Hauptursache für Kriege auf der Welt, dem Kapitalismus ein Ende gesetzt wird. Das wird dann der Tag sein, den wir als endgültigen Tag des Sieges der Vernunft über die Unmenschlichkeit, der Menschen über die Barbarei, werden feiern können. Darauf trinken wir!»

Und so schloss der Abend feucht fröhlich bei Soljanka, Pelmieni, Hering und Gurke, Bier, Wodka und Wein und alle waren sich darüber einig, dass das mit Sicherheit nicht der letzte 9. Mai war, den die deutschen Kommunisten in Krefeld gemeinsam mit den Menschen aus den ehemaligen GUS-Staaten feiern. Es wurden wertvolle Kontakte geknüpft und einige Teilnehmer wollen sich sogar an der Vorbereitung des 9. Mai 2019 beteiligen.

Peter Lommes
Fotos: Manni Tripp


Es gilt natürlich das gesprochene Wort.